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Schülerstreik und Demo am 12.2. in München und anderen bayerischen Städten
Verfasst von pat am 1. Februar 2010 - 0:12
Demoroute und Rednerliste (inkl. Kultusminister Spaenle) in den Kommentaren!
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Brauchen noch unterstützung
Sitz grad in der Feldherrnhalle und der Odeonsplatz füllt sich auch so langsam könnten aber auch gerne etwas mehr leute sein also wer zeit hat schwingt die hufe und kommt zum odeonsplatz
Wann geht ihr los?
Schaffe es leider nicht vor 12:00.
Spaenle als Redner auf der Demo!
Nun wird Kultusminister Spaenle auch offiziell auf der Rednerliste geführt.
Unter obigem Link findet Ihr ebenfalls die Demoroute (Odeonsplatz-Staatskanzlei-Odeonsplatz)
Arme Schüler
Mei, die Schüler tun mir wirklich leid. Jeder (!) Lehrer, den man fragt, bestätigt, dass das Niveau in Gymnasien in den letzten 20 Jahren massiv gesunken ist. Da ist es natürlich richtig, dass die ARMEN SCHÜLER jetzt noch weniger Unterricht und Unterrichtstoff wollen.
Aber hey, es gibt sogar zwei Lösungen: 1. Realschule, 2. Hauptschule. Dann, liebe Schüler, erwartet aber bitte nicht, dass ihr den Wohlstand der Elterngeneration halten könnt. Der geht dann in die Länder, in denen unsere Generation nach möglichst viel Bildung strebt (China, Indien, Südamerika, Afrika, ...).
Aber andererseits: Unglück, Arbeitslosigkeit und Hartz 4 treffen ja sowieso immer nur die anderen...
Willkommen in DEUTSCHLAND.
Ja, klar, was geht im Sinne
Ja, klar, was geht im Sinne des Bildungsniveaus darüber ein paar Jährchen zu streichen, und die Leute Inhalte kotzen statt verstehen zu lassen?
Schnell ist nicht besser. Darüber müsste man natürlich erst mal nachdenken, klar - aber vorher plärren ist auch gut. Willkommen in Deutschland.
Soll ich mal aus dem Nähkästchen plaudern?
Was den Leistungsdruck am G8 angeht, aus LehrerInnen-Sicht?
Wie verdammt traurig und deprimierend es ist, wenn man nichtmal Zeit hat den Stoff so zu vermitteln, dass auch wirklich jeder ihn versteht? Ich spreche hier nicht von SchülerInnen, die auf der falschen Schulform sind, sondern jenen, denen beispielsweise eine bestimmte Art der Darbringung nicht reicht, weil sie über andere Kanäle "verstehen" als die Mehrheit einer Klasse. Siehe unterschiedliche Lernertypen usw. Nur leider ist dafür keine Zeit, die Kinder bleiben auf der Strecke, Pech gehabt o_O.
Da wird zusammengepresst, komprimiert und reingeprügelt ohne Ende, bis Nachmittags in der Schule gesessen, nachgearbeitet, "intensiviert" usw.
Wir reden hier von SchülerInnen, die man mit einem nicht existierenden Nürnberger Trichter vergewaltigt, bis sie überhaupt keine Zeit mehr haben "Kind" zu sein, nur damit sie möglichst schnell in die drei Jahre erweiterte Oberstufe des Bachelorsystems eintreten können, damit sie, durch Lernfabriken vorgeformt, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, bevor ihnen das erste Schamhaar gewachsen ist.
Ich als jemand, der mal vor diesen Menschen stehen und ihnen etwas beibringen soll, könnte beim Gedanken an diese Zustände kotzen. Und genau deswegen werde ich am Freitag an der Demo teilnehmen, weil diese jungen Leute genau das machen, was ich ihnen im Sozialkundeunterricht mal vermitteln werde: ihre demokratischen Rechte wahrnehmen und den Mund aufmachen, um Misstände beim Namen zu nennen und der Welt zu zeigen, dass man sich nicht alles gefallen lässt.
?
was schlägst Du vor?
ist es die Stundenzahl, die zuviel ist, oder tatsächlich zu viel Stoff? Wie haben die Schüler dann mehr Inhalte vor 20 Jahren noch in kürzerer Zeit gelernt?
Ich glaube nicht, dass die Menschen mit der Zeit immer dümmer werden. aber ich glaube, dass wir mittlerweile auf einem Wohlstandsniveau leben, das uns das Gefühl gibt, wir müssen uns nicht mehr wirklcih anstrengen. weil ja sowieso alles freiwillig ist und bitte nicht unter Zwang geschehen darf..
wie gesagt: für konstruktive (!) Vorschläge bin ich wirklich offen!
Ich teile Deine Annahme nicht, dass
Ich teile Deine Annahme nicht, dass die Anforderungen in den letzten 20 Jahren massiv gesunken sind. Da gibt es viele einzelne Punkte, die man dagegen anführen könnte. Viele sollten eigentlich klar sein, manche dagegen sind subtiler: die gestiegenen "Informatik-Kenntnisse", die erwartet und angeboten werden (bei mir gabs im Gymnasium damals die Möglichkeit, Pascal zu lernen und das wars... mehr war damals nicht üblich- heute gibts Informatik sogar als Lehramtsstudiengang) sowie die höheren Anforderungen an (zumindest passive) Englischkenntnisse, dadurch, dass heute viele permanent englischsprachige Filme oder Serien konsumieren- das war bis vor wenigen Jahren überhaupt nicht der Fall, aber da es heute so viele machen, erhöht sich die Erwartungshaltung an den Schüler.
Aber nehmen wir für einen Moment an, die Annahme wäre korrekt.
Ein Argument -von vielen- gegen Deine vorgebrachte Schlussfolgerung 'dadurch, dass die Anforderungen massiv gesunken sind, können die Schüler nicht überfordert sein und haben darum kein legitimes Argument sich zu beschweren': die Anforderungen sind nicht der einzige Paramter, der über die effektive Last der Schüler_in entscheiden. Auf der anderen Seite steht nämlich, wie gut die Schüler_in vorbereitet wird! Und die Qualität der Vorbereitung könnte durchaus gesunken sein, dadurch dass insbesondere in den 90ern starker Einstellungsstopp herrschte, wodurch
- weniger neue motivitierte Lehrer kamen
- die Lehrerpopulation älter wurde, und je älter desto -im Schnitt- ausgebrannter (die Frühpensionierungsquote und Ausbrennquote und das durchschnittliche Verrentungsalter der Lehrer an öffentlichen Schulen sind alle viel negativer als die gleichen Kennzahlen bei Leuten, die die gleichen Möglichkeiten hätte zu Frühverrentung, etc.) und desto weiter entfernt von neuen Erkenntnissen/Verbesserungen in der Lehrerausbildung.
Auch Kursgrößen sind entscheidend... bei mir gabs einige LKs, die fünf bis acht Leute vorbereitet haben von motivierten und nicht unerfahrernen Lehrern. Heute gibts keine Spezial-LKs mehr, dafür größere Kurse, und die werden teilweise von Lehrern betreut, die nur für den doppelten Abijahrgang abgestellt sind und wenig Erfahrung mitbringen.
Ganz allgemein hat natürlich sogar gar kein Lehrer Erfahrung mit der neuen zweijährigen Abschlussphase im G8; Unsicherheit und mangelnde Erfahrung des Lehrers werden sich nicht positiv niederschlagen.
Wie sieht es mit der gesellschaftlichen Norm aus?
Hat sich in den letzten 20 Jahren die Gesellschaft mehr zur Leistungsgesellschaft hin entwickelt? Haben heute nicht alle (Interessierten) schon von Leistungsanreizen und Effizienz gehört? Denkt heute nicht fast jedes Elternteil daran, dass durch Öffnung der Arbeitsmarktgrenzen, Internationalisierung und anderen Änderungen, das Kind einem größeren (weil internationalen) Wettbewerb um (gute) Arbeitsplätze ausgesetzt ist?*
Ja!
Dass der Maßstab, sprich die gesellschaftliche Norm laxer wurde, kann ich nicht rationalisieren- ganz im Gegenteil.
Was ich vorschlage?
u.a.:
- Betreuungsrelationen, die ein sinnvolles und differenziertes Unterrichten überhaupt erst möglich machen
- keine 40-Stunden-Woche für Kinder und Jugendliche
- eine angemessene Stofffülle, die kein Durchhetzen erfordert, um "mit dem Lehrplan durchzukommen"
- ein Schulsystem, das nicht auf Angstpauken ("Wann kommt die nächste Ex?") aufbaut und Zeit und Raum für extracurriculare Aktivitäten lässt
Ich möchte als Lehrerin nicht Schadensbegrenzung betreiben müssen, sondern meiner Berufung und den SchülerInnen als Menschen, Lernende und Individuen gerecht werden können. Schule darf nicht zur Lernfabrik verkommen.
Lasst die Schüler_Innen nicht
Lasst die Schüler_Innen nicht hängen, Leute! Auch wenn wir gerade noch an der Verschlimmbesserung des Schulsystems vorbeigeschrammt sind, ist es wichtig, dass Studierende sich an dieser Demonstration beteiligen.
Andere Frage, gibt es schon Flyer?
(updated)
Q 11 Demo Vernetzungstreffen
Hallo,
natürlich werden die Organisatoren der Q11 Demo auf das Treffen am Abend eingeladen (mit dem Hinweis das sie gerne andere Akive die sie kennen mitbringen können/sollen). Ob es aber sinnvoll ist das Treffen auf der Demo anzukündigen stelle ich in Zweifel. Da habe ich eher Angst vor einer "After Demo" Party zu dem das Treffen werden könnte;)
Aber besprechen wir das einfach schnell am Di
Aber auf jeden Fall sollten wir das Angebot nutzen das auch Studierende meines Wissens auf der Demo sprechen können/sollen. Die Stuve LMU wurde dafür schon angefragt und ich fände auch eine/n VertreterIn von UniBrennt sehr gut.
Zum Thema Gymnasiallastigkeit: Ja haben wir Anfangs( und eigentlich immer noch) auch kritisiert, kamen aber dann dazu das man die Menschen auch dort abholen muss wo sie sind-und das bedeutet bei vielen Probleme mit dem Gymnasium. Das heißt unserer Meinung nach nicht das Sie nicht fähig oder willig sind für einen breiteren Horizont von Problembewußtsein und Solidarität. Auch die Studierenden haben in München mit SoS-Studieren ohne Studiengebühren angefangen sich dann über den Bildungsstreik Thematisch erweitert und dann methodisch über die Besetzung. Das ist ein Prozess und was glaubt ihr was los sein wird wenn diese Genration Schüler (Schul/Bildungsstreik, Besetzung, Doppelter Abiturjahrgang) an die Unis kommt- die werden gar nicht mehr schauen können vor lauter Protest in Unileitung und Politik;)!
... und genau diesen Prozess
Ist Dir eigentlich auch
Ist Dir eigentlich auch aufgefallen, dass der Aufruf ziemlich Gymnasium-only ist? Ich hoff echt, dass das in Zukunft anders wird...
Viel Erfolg!
Wünsche euch viel Erfolg - zu der Zeit kann ich leider nicht kommen. Euch aber viel Spaß :)