Offener Brief an die Hochschulleitung
München, 4. Dezember 2009
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Huber,
sehr geehrte Hochschulleitung der LMU,
das Plenum im besetzten Auditorium Maximum hat sich an nunmehr zwei Abenden ausführlich mit Ihrem Angebot auseinandergesetzt. Wir begrüßen Ihren Entschluss, mit uns in persönlichen Dialog zu treten, wie Sie es bei Ihrem gemeinsamen Besuch im Plenum am Mittwoch verdeutlicht haben.
Das Plenum begreift dies als einen wichtigen Schritt, den landes- und bundesweiten Protest geschlossen als Lernende und Lehrende voranzutreiben. Entscheidungsfindungen an einen engen zeitlichen Rahmen zu binden, ist für den politischen Handlungsspielraum beider Seiten kontraproduktiv, da basisdemokratische Abstimmungsprozesse und inhaltlich-kompetente Ausarbeitung Zeit erfordern. Wir sehen dringend Erklärungs-, Diskussions- und Verhandlungsbedarf, was Präzisierung und Fristsetzung des Inhalts einiger Angebotspunkte betrifft. In der kommenden Woche würden wir gerne mit Ihnen diesbezüglich einen inhaltlichen Abgleich beider Seiten erzielen.
Wir stimmen alle überein, wie auch von Ihnen in den Punkten 2, 4 und 5 berücksichtigt, dass sich der Protest auf einer höheren Ebene als allein hochschulinternen Veränderungen an der LMU bewegt. Aufgrund des Symbolcharakters für den landesweiten Protest kann die Besetzung nicht endgültig aufgegeben werden und wird geschlossen mit den anderen deutschen Besetzungen andauern, bis eindeutige Zugeständnisse von Seiten der Politik erfolgen. Natürlich freuen wir uns über die Bereitschaft der Hochschulleitung, über Lösungsvorschläge zu sprechen. Das Entgegenkommen einzelner Hochschulen gegenüber ausschließlich ihr zugehörigen Studierenden kann allerdings nicht Grund der Aufhebung der jeweiligen Besetzung sein, da es sich bei diesen um einen integralen Bestandteil des bundesweiten Protests aller Beteiligten am Bildungssystem handelt.
Das Plenum versteht jedoch, dass der Besetzungszustand erhöhten Verwaltungsaufwand mit sich bringt und vor allem das Studium von MitstudentInnen belastet. Zur Entspannung der Studiensituation für und aus Solidarität mit unseren MitstudentInnen sowie zur Erleichterung des Hochschulbetriebs ist das Plenum deshalb bereit, die sieben wichtigsten Vorlesungen, für die es bisher keine adäquaten Ausweichmöglichkeiten gibt, im Audimax zuzulassen. Wir alle sind daran interessiert, möglichst schnell Lösungen und Veränderungen zu bewirken.
Das Entgegenkommen der Hochschulleitung gegenüber den BesetzerInnen des Audimax der LMU sehen wir als wertvollen Schritt des Dialogs, den wir nun in Anlehnung an Angebotspunkt 6 auf eine intensivere Ebene bringen möchten.
Wir schlagen deshalb vor, gemeinsame Forderungen der BesetzerInnen und der Hochschulleitung der LMU, sowie aller anderen bayerischen Plena und Hochschulleitungen, an die Öffentlichkeit und die Staatsregierung unumgänglich wahrnehmbar zu kommunizieren. Dadurch können wir einen weiteren Schritt aufeinander zu und miteinander als Lernende und Lehrende nach vorne gehen.
Mit freundlichen Grüßen,
die BesetzerInnen des Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität München
i. A. AG Strategie

sehr guter brief! steh ich
sehr guter brief!
steh ich voll dahinter
Sieben Vorlesungen?
Ich kann Erasmus nur zustimmen. Es wurde in der Abstimmung zwar nicht festgelegt, wie viele Vorlesungen es wären, für die es keine Ausweichmöglichkeit gibt, aber in der Diskussion, die der Abstimmung vorausging, meldete sich ein Mitglied der AG Problemlösung zu Wort und machte deutlich, dass es sich um EINE Vorlesung handelt, für die kein Ersatzraum gefunden werden konnte. Dass es in anderen Fällen Vorschläge der AG Problemlösung gegeben hat, auf die einzelne ProfessorInnen nicht einzugehen bereit waren, heißt nicht, dass wir diesen ProfessorInnen das Audimax zur Verfügung stellen müssen. Im Gegenteil, wir könnten uns zusammen mit den betroffenen Studierenden bei den ProfessorInnen dafür einsetzen, sich nicht gegen die Ausweichräume zu sperren und ihre StudentInnen zu benachteiligen.
Jedenfalls war es so, dass seitens der AG Problemlösung von einer Veranstaltung die Rede war. Und warum es jetzt plötzlich sieben sein sollen, soll mir mal bitte jemand erklären. Die AG beschäftigt sich doch schon lange genug damit. Dass im Laufe der letzten Nacht oder des Vormittags plötzlich festgestellt wurde, dass sechs weitere Vorlesungen nicht adäquat ersetzt werden könnten, kann ja wohl kaum sein. Sieben Vorlesungen zuzulassen als Reaktion auf das Ultimatum der Hochschulleitung und ohne deren Verpflichtung zu irgendetwas, scheint mir nicht im Sinne des Plenums gewesen zu sein. Ich hätte auch nicht dafür gestimmt, wenn die AG Problemlösung von sieben Veranstaltungen gesprochen hätte und fühle mich verarscht, was noch dadurch verstärkt wird, wie die Abstimmung abgelaufen ist. Ich denke, dass es einige andere gibt, die ähnlich denken und da die Abstimmung so knapp war, kann dieses Ergebnis eigentlich so nicht bestehen bleiben. Ich weiß auch, dass es nicht einfach rückgängig gemacht werden kann, aber ihr habt damit viele Leute vor den Kopf gestoßen und großen Schaden angerichtet.
Es war ein Gerücht
Es war ein Gerücht, dass damit nur 1 oder 2 Vorlesungen gemeint sind. Das kommt m.W. nicht von der AG Problemlösung. Denn die AG Problemlösung war bei der Erarbeitung des Briefes anwesend und hatte 5+2 Vorlesungen auf dem Schirm, die keine adäquate räumliche Alternative zur gleichen Zeit haben. Es war Beschluss des Plenums, genau diese Vorlesungen zuzulassen und der AG Problemlösung die Entscheidung zu überlassen, welche und wieviele VLs betroffen sind. Soweit zum "rechtlichen" Stand, wie ich ihn sehe.
Ich stimme dir völlig zu, dass es gestern sehr sehr schlecht gelaufen ist. Auch solche Fragen konnten nicht geklärt werden, weil die Redeliste einfach gekappt wurde. Das wäre noch zur Sprache gekommen, wurde allerdings nicht zugelassen. Der Eklat am Ende der Veranstaltung kam ja nicht von ungefähr. Ich bin da voll deiner Meinung, dass da noch sehr viel Redebedarf da ist und das so nicht passieren darf. Die AG MUSSTE aber irgendwas machen, denn es war der Auftrag des Plenums einen Brief zu schreiben, der Präzisierung und Terminierung verlangt. Einige haben auch nicht mitbekommen, dass der Brief abgeschickt werden soll (wurde aber so beschlossen). Auch da hätte es noch Aufklärungsbedarf gegeben. Der Entschluss, die Redeliste zu schließen, war nicht in Ordnung und die Ignorierung der Gegenrede zum Antrag auf sofortige Abstimmung ist ein eklatanter Formfehler, der den Prozess natürlich anfechtbar macht. Ich bitte dich deswegen darum, ins Plenum zu kommen und deine Bedenken zu artikulieren. Das ist heute abend im Plenum bereits geschehen, viele fanden es sehr fragwürdig, was so passiert ist. Wie gesagt, lass uns doch drüber reden. Ich denke nicht, dass wir so weit voneinander weg sind, dass kein Kompromiss möglich wäre.
Abgesehen davon halte ich den Brief für salomonisch, um einerseits dem Plenumsauftrag nachzukommen und andererseits einen Schritt auf Herrn Huber zuzumachen. Es war irre schwer, alles unter einen Hut zu kriegen. Sein Ultimatum ist Mist, aber sein Brief davor ist ein gutes Angebot, das man bekräftigen sollte. Wenn er nun das Gespräch verweigert, sind natürlich auch unsere Zusagen auf der Kippe. Darüberhinaus würde es nur auf ihn zurückfallen, bei so einem vernünftigen Gesprächsangebot auf stur zu schalten. Ich denke, die WiWis würden sich die Haare raufen, wenn die Hochschulleitung sagt, dass sie überhaupt nicht drüber reden wollen. Also, noch ist nicht alles Wasser den Jordan runter, ab ins Plenum, mitdiskutieren, wie es weitergeht und dann kommen wir auch zu einem guten Ergebnis, wenn die HS-Leitung kooperiert und landesweit ein Einlenken stattfindet.
meine güte
Leute was ist denn hier los? Ich finde den Brief sehr gelungen und er vertritt den Beschluss des Plenums. Alle die vom Gegenteil überzeugt zu sein scheinen können gerne die letzten Protokolle durchwühlen.
Ich finde es traurig, dass an dieser hitzigen Stelle, die uns weit voranbringen kann Gerüchte verbreitet werden und leute sich im Plenum querstellen und die Basisdemokratie des Plenums anzweifeln (was wie ich finde einfach nur aus blindheit behauptet werden konnte)..
Wenn sich von diesem Brief
Wenn sich von diesem Brief wieder distanziert wird ist eh alles gelaufen. für den fall ist der protest für mich beendet und für sicher viele andere auch
Vorlesungen
Das Angebot, die sieben wichtigsten Vorlesungen zuzulassen, entspricht eindeutig nicht dem Beschluß des Plenums! Wie der Arbeitskreis Problemlösung vor der Abstimmung deutlich gemacht hat, ging es um einen einzigen 2-Stunden-Block, also um weniger als eine einzige Vorlesung, für den kein Ausweichraum gefunden werden konnte. Wozu beschließen wir überhaupt Sachen, wenn sie dann derart in ihr Gegenteil umgedeutet werden? Denn mit der Zulassung von sieben(!) Vorlesungen hat sich der Charakter der Besetzung eindeutig und wesentlich geändert; unter diesen Umständen hätte ich nie für den Vorschlag gestimmt! Ich hoffe, daß sich das Plenum heute abend eindeutig von diesem Punkt des Briefes distanziert; ich jedenfalls fühle mich und mein Engagement für unsere Sache durch den Breif der AG Strategie verraten!!
Mit alles andere als freundlichen Grüßen,
Erasmus
Aha...
... dann bist du wohl einem verbreiteten Irrtum erlegen: Das Protokoll sagt eindeutig, dass die AG Problemlösung für das Ausmaß selbst verantwortlich ist, genaueres wurde gestern nicht beschlossen.
Seid bitte vorsichtiger mit solchen Behauptungen, oftmals erweist sich sowas als Gerücht!
Stimmt nicht
Es ging, wie du im Protokoll nachlesen kannst, um die Vorlesungen, für die kein adäquater Ersatz gefunden wurde. Laut AG Problemlösung sind das derzeit sieben Veranstaltungen. Es war nie die Rede davon, dass lediglich ein zweistündiger Slot betroffen ist.
Bitte kommt heute abend...
ZAHLREICH ins Plenum zurück! Lasst uns beschlussfest sein und bleiben, gerade jetzt geht ja vor allem die Falschmeldung der Auflösung der Besetzung durch's Radio oO
Wir besetzen natürlich immer noch, verarschen lassen wir uns nicht!
"Freigabe" in allen Medien
abgesehen davon, dass ich das ergebnis von gestern um eins vor eins nicht für tragbar halte, sollte man sich jetzt fragen, ob es nicht vielleicht ein bißchen naiv war, zu denken, man macht großzügig zugeständnisse an ein angebot, das keins ist und behält damit dann immernoch die karten in der hand. gut, erste frage hier wäre natürlich, welche karten, waren wir nicht immer nur von hubers gnade abhängig? aber der punkt, um den es mir jetzt geht ist der, wie wir damit umgehen sollen, dass wir soeben einen medialen tod gestorben sind, denn wenn uns alle als beendet erklären, wird es schwierig, dagegen anzukommen und seine forderungen medienwirksam einer öffentlichkeit vorzustellen. es wird schwierig, aber vielleicht kann man auch diese momentane präsenz nutzen. dafür muss es aber konstruktive plena geben, in denen das alles angesprochen wird und inhaltlich weitergearbeitet wird. so gern ich es hätte, einen antrag auf aberkennung des ergebnisses von gestern wird man heute mit dem huberbrief usw., sicher nicht erreichen, also muss man jetzt klarkommen und versuchen, den schaden zu begrenzen und auch inhaltlich weitermachen. ich bitte also jeden, dem diese bewegung am herzen liegt, seine differenzen mit dem ein oder anderen unwürdigen verlauf der besetzung beiseite zu legen und gerade jetzt nochmal wieder ins plenum zu kommen!
Ich hab gerade auf B5 aktuell
Ich hab gerade auf B5 aktuell gehört, dass die Besetzung bestehen bleibt und die sieben Vorlesungen, für welche keine Ersatzlösungen gefunden wurden, zugelassen werden.
Das ist soweit ich das gestern im Plenum mit bekommen habe, genau das was passieren soll.
Wo hast du den die Falschmeldung gehört?
Ich habe diese Falschmeldung
Ich habe diese Falschmeldung auch gehört, in den Nachrichten auf B2. Die Meldung klingt durch die Formulierung "teilweise Räumung" nachgerade so, als hätten wir die Besetzung aufgehoben! Diese Darstellung ist eine Frechheit sondergleichen und scheint mir in dieser Form gezielt in Umlauf gebracht worden zu sein, um unseren Protest mürbe zu machen und nach aussen hin abzuschwächen. Eigentlich ist das nicht duldbar. Wir müssen jetzt noch härter protestieren als je zuvor, DER EIGENTLICHE PROTEST KOMMT JETZT ERST, wenn es um das Erwirken unserer Ziele bei höheren Instanzen geht.
Schön, dass ihr euch nicht
Schön, dass ihr euch nicht habt erpressen lassen.
Die Falschmeldung scheint von dpa zu sein ...
Zumindest der Münchner Merkur und Blind berufen sich auf dpa.
MM und Bild
Die Artikel stehen bereits seit heute Nacht online und wurden bereits vor der Veröffetlichung des offfenen Briefs geschrieben. Egal wie, wie das Plenum entschieden hätte und was in dem Brief steht, wären die Artikel so veröffentlicht worden, wie sie sind.
DITO!
dito...!
Guter Brief
Angesichts der äußerst kritischen Plenumsituation gestern ist doch noch ein recht gutes Resultat herausgekommen. Der Brief ist klar und gut geschrieben. Man muss in solchen Situationen auf Kompromisse eingehen, sonst wird man nie ernst genommen. Ich kann natürlich "die aktivsten" Besetzer voll und ganz verstehen, aber die Konsequenzen hier vollkommen stur zu bleiben wären kontraproduktiv. Sobald es wieder kippt und eine Wiederbesetzung nötig ist, sind wir dafür umso mehr zur Stelle.
Genau meine Meinung
Danke... genau so seh ich das auch. Wenn die meinen sollten, dass die sich hier mit Divide Et Impera und für einen Judaslohn das Ding zurückholen, wird selbst im Erfolgsfall wieder eine Besetzung kommen. Es wäre deswegen weit schlauer von Hochschulleitung und Ministerium, den Ball zurückzuspielen und mit uns zu reden.
Und was sind die 7 wichtigsten?
Damit es nicht mehr zu zeitlicher Inkompatibilität kommt, was sind denn die 7 wichtigsten Veranstaltungen? Dann kann ich den Dozenten bescheid geben, damit wir die Studenten sofort informieren können. Immerhin könnten bereits am Montag die ersten Vorlesungen wieder vorverlegt werden.
Danke!
Die 7 wichtigsten
In dieser Frage ist die AG Problemlösungen zu konsultieren.
Könnte die mich kontaktieren?
Könnte die mich kontaktieren? Oder wie kann ich selbige kontaktieren? Die Handynummern, die ich noch habe scheinen nicht mehr aktuell zu sein. Es wäre uns wirklich ein wichtiges Anliegen, dass wenigstens unsere Grundlagen und Orientierungsprüfungen nächste Woche wieder wie gewohnt stattfinden können; wozu wir unsere Studenten aber bald informieren müssten, es sind ja doch einige und derzeit sind einige Veranstaltungen auf andere Zeiten verschoben. Danke!
Kurzer Einschub
..von mir (AG Strategie). AG Problemlösung ist grundsätzlich die richtige Ansprechstelle. Ich möchte dich darauf hinweisen, dass das unser Angebot auf Herrn Hubers Angebot ist. Herr Huber muss also erstmal dazu Stellung nehmen. Ich kann dir gleichzeitig garantieren, dass wir mit diesem Vorschlag auf die Probleme der WiWis große Rücksicht nehmen. Die AG Problemlösung steht auch in Kontakt mit der Wiwi-Fachschaft und wird das sicher zur Zufriedenheit aller lösen. Ich denke, spätestens heute abend ist die Lage klar.
Das wird noch passieren
Wast wird noch direkt kontaktiert, sollte das noch nicht geschehen sein. Uns wurde aber gestern von der Problemlösung auch gesagt, dass die Grundlagen am Montag eben von Dozentenseite noch nicht verlegt werden sollen, da bereits die TU als Räumlichkeit verbreitet wurde.
m.E. nach einzig richtiger schritt
Verhandlungen brauchen Zeit um gute Kompromisse liefern zu können.
Aber: Die letzte "Geisterstunde" im AudiMax war echt daneben! Wir sollten uns auf die Sache konzentrieren und nicht zu sehr auf das ewige blablabla einiger Leute eingehen die offensichtlich gerne ihre Stimme hören und sich undemokratisch hervortun wollen!