Ein Vorschlag zur Güte
Ein Vorschlag zur Güte an die protestierenden Studenten (und ihre Gegner) heißt der neue Artikel von Michael Sailer in der kostenlosen Event-Programmzeitschrift In-München... holt euch diese Zeitung, kopiert diesen Artikel und bringt ihn unter die Leute... eine der besten Stellungnahmen und Außenansichten die ich seit langem zu den Protesten gelesen habe.
Vielen Dank nochmal an Michi Sailer.
lg Muriel
In-München Dezember 2009 - Belästigungen von Michael Sailer
Ein Vorschlag zur Güte an die protestierenden Studenten (und ihre Gegner)
Eine Frau Wintermantel, so was wie die oberste Verwaltungsverwalterin der deutschen Universitäten, hat erklärt: "Auf den Arbeitsmärkten wächst die Akzeptanz der Bachelor- und Masterabsolventen." Das, meint sie, sei ein Erfolg.
Ja ist es, und zwar für die Durchsetzung vollkommener geistiger Verwirrung in Bezug auf das, was man in Europa unter "Bildung" versteht. "Bildung" ist für Leute wie Wintermantel nichts anderes und nicht mehr als ein Arsenal von Fertigkeiten, die der Mensch braucht, um als Arbeitskraft eingesetzt werden zu können. Idealtypisch verkörpert ist diese Ideologie in der Durchsetzung der "Wirtschaftswissenschaften", im engeren Sinne der Betriebswirtschaftslehre (die nicht umsonst "Lehre" heißt) , als Leitdisziplin aller akademischen Zweige und Richtungen. Niemand traut sich mehr zu fragen, was diese Schulung in den Dogmen der Geldreligion an einer Universität zu suchen hat, seit mehr Menschen BWL "studieren" als irgendein anderes Fach, seit Menschen Dingsbumsklimbim wie "Sporteventmarketing" für akademisch halten, so etwas den Künsten, der Literatur, Sprachen, Philosophie, Musik, Historiographie etc. gleichsetzen und meinen, man könne diese ebenso in ein paar Jahren wie in einer Schule "lernen" und den Lernerfolg mit einem "Bachelor"-Abschluss nachweisen, um dann loszustarten und sich verwerten zu lassen.
Um das klarzustellen: es ist völlig verständlich und im Sinne der kapitalistischen Logik zwangsläufig, dass Firmen und Konzerne möglichst gut ausgebildete Arbeitskräfte haben möchten. Aber uns (alle), als Gesellschaft, geht das überhaupt nichts an. Wenn jemand Menschenmaterial zum Ausbeuten braucht, soll er sich das gefälligst selbst heranziehen. Oder sagen wir's ein bisschen milder: Wer ein Studium als Ausbildung (zum Ausüben eines Berufs) begreift, der ist ein Auszubildender und kein Student (und darf sich nach Ende seiner Ausbildung gerne "Meister" nennen, wie das in anständigen Berufen seit langem üblich ist - wohingegen der Titel "Bachelor" - "Junggeselle" - die schreiende Lächerlichkeit der ganzen skandalösen "Reform" belegt). Das meine ich nicht im Geringsten überheblich; es ist nur eine notwendige Abgrenzung. Ein Studium hat keinen "Zweck" und per se auch kein Ziel, nur das, sich zu bilden um kritisch denken, reflektieren, sich äußern und andere Menschen anregen und lehren zu können. Das wiederum geht die Industrie, den Handel und andere Gewerbe nichts an, im Gegenteil: Es läuft ihnen im Normalfall zuwider. Deshalb gehen sie dagegen vor, indem sie sich die Universitäten unter den Nagel reißen, sie zu Berufsschulen umbauen und mit Depperldisziplinen überschwemmen, die man möglichst gut kontrollieren, normieren und zur Heranziehung von arbeitsfähigem Humanmaterial nutzen kann.
Der derzeitige Konflikt an den Universitäten wäre also ganz einfach zu lösen: durch die Gründung neuer, staatlicher Institute, die ausschließlich für die zugänglich sind, die studieren wollen. Solche Menschen brauchen wir alle, als Gesellschaft deshalb sollte ihr Studium selbstverständlich kostenlos sein; man könnte ihnen auch eine Art Bildungsgehalt zahlen, damit sie sich geistig betätigen können und nicht gezwungen sind, nebenbei zu arbeiten. Die derzeitigen "Hochschulen" kann man dann der Wirtschaft übergeben, damit sie sie nach Belieben zur Ausbildung von Arbeitskräften nutzt. Dafür gibt es selbstverständlich vom keinen einzigen Cent vom Staat. Wenn die Wirtschaft eine möglichst gut verwertbare Ausbildung möchte, soll sie selbst dafür aufkommen - sie steckt ja hinterher auch die Profite ein. Dass sie diese an den Börsen verklappt und dafür die Regierungen Studiengebühren kassieren lässt, dass selbige Regierungen die Studiengebühren dann dafür missbraucht die Steuern der Großverdiener zu senken und andererseits ein bürokratisches Monstrum wie die Bafög-Behörden schaffen, um per Almosen, Leihgabe und Augenwischerei den Eindruck zu erwecken, ihnen sei daran gelegen, Kindern anderer Klassen als der der Besitzenden und Bestimmenden ein Studium oder wenigstens eine elitemäßige Berufsausbildung zu ermöglichen macht den ganzen Circus vollends zur Farce.
Der Konflikt an den und um die Universitäten, der sich derzeit endlich und vollkommen legitim in Demonstrationen, Besetzungen und anderem entlädt (und dies hoffentlich weiterhin tun wird), hat also über den Vordergrund hinaus nicht das geringste mit "Bachelor", "Master" und anderem Bologna-Pipifax zu tun, auch nicht mit minimalen Erhöhungen der Bafög-Almosen und der (selbstverständlich absolut notwendigen) Abschaffung der Studiengebühren. Wer damit nicht einverstanden ist, dem wird es auf die Dauer nichts helfen, zu fordern, die Heizung aufzudrehen, nachdem die Hauswände eingerissen worden sind. Mag sein, dass es davon in der Ruine vorübergehend ein bisschen wärmer wird - aber nur so lange, bis der letzte Brennstoff verbraucht ist. Anders gesagt: Wer nicht damit einverstanden ist, dass wirkliche Bildung und kritisches Denken vollständig aus Europa verschwinden und ersetzt werden durch eine totale Ökonomisierung des menschlichen Lebens, der wird früher oder später nicht darum herkommen, die Systemfrage zu stellen. Und die lautet: Wie wollen wir leben? Oder, erst einmal: Wollen wir wirklich weiterhin und immer noch radikaler so "leben"? Und: Wer hat eigentlich bestimmt, dass wir so leben müssen, und wer profitiert davon?
[von der IT vom Community-Blog auf die Startseite geschoben]

...
"Idealtypisch verkörpert ist diese Ideologie in der Durchsetzung der "Wirtschaftswissenschaften", im engeren Sinne der Betriebswirtschaftslehre (die nicht umsonst "Lehre" heißt)"
... was soll das? warum muss mal wieder so ein klischee-seitenhieb gegen die wirtschaftswissenschaftler kommen?
bitte... frage an den autor: warum heißt es nicht umsonst betriebswirtschaftsLEHRE??? bitte sagen sie es mir!
aber noch eine nebenfrage dazu: warum heißt es dann bioLOGIE? sozioLOGIE? etc.? sind das auch keine ernsthaften wissenschaften oder was wollten sie damit sagen?
so lächerlich das getue
schöner artikel. er freut
schöner artikel.
er freut sich sicher, wenn ihr ihm was in das gästebuch seiner homepage eintragt.
gruß.
L
"Ein Vorschlag zur Güte" -
"Ein Vorschlag zur Güte" - das kann nicht mehr als feuchtwarme Ironie sein.
Die einen aufs intellektuelle Abstellgleis schicken, dass man sich selber dort gemütlich einnisten kann. Die anderen die Arbeit verrichten lassen, dass man selbst SEIN Individuum fortbilden kann. Der Sozialstaat wird hier an allen Ecken und Enden Missbraucht; Ökonomische Vernunft wird mit Füßen maltretiert!
Nichts mehr als Sarkasmus in seiner reinsten Form. Wer den Inhalt noch ernst nimmt, trägt definitiv nicht positiv zu einer gemeinschaftlich Lösung bei.
Bei der Zustimmung, verwundert der Abgang von immer mehr Sympathie keineswegs...
"Der derzeitige Konflikt an
"Der derzeitige Konflikt an den Universitäten wäre also ganz einfach zu lösen:"
wer darüber nicht lacht hat keinen humor oder keinen realitätssinn...
Bitte den Namen verbessern
Bitte den Namen verbessern der tolle Herr heisst: Michael Sailer mit a! nicht mit e!Hier seine Homepage: http://www.michaelsailer.de/ Übrigens schreibt er schon sehr lange für die In München und für den Musikexpress. Wenn er mal eine Lesung macht unbedingt hingehen!hier von seiner Homepage:
Sailer liest:
am 13. Dezember ab 20 Uhr
bei der 113. Schwabinger-Schaumschläger-Show
ausnahmsweise nicht imVereinsheim,
sondern im Oblomow
mit Thomas Sabottka, The Fuck Hornisschen Orchestra,
Moses Wolff
Schulen
Ich stimme mit dem Artikel weitestgehend überein.
Außer einem kleinen Punkt:
Es wird hier mit "Berufsschulen" verglichen. Aber beginnt nicht genau hier schon das Problem: an den Schulen? Die "Verschulung" der Universitäten, die impliziert, dass Schulen bereits das sind was unsere Universitäten nicht werden sollen? Sollte die beschriebene "Bildung" nicht bereits an den Schulen beginnen? Oder noch früher, bzw. frühstmöglich?
...er schreibt ja nur, dass
...er schreibt ja nur, dass das im kapitalismus verständlich ist, dass der staat diese art von ausbildung irgendwo für die unternehmen organisieren muss.
wer was anderes will, muss eben weiter denken. er nennt das "systemfrage".
super artikel
tatsächlich ein wunderbarer
tatsächlich ein wunderbarer Artikel. Ganz im Geiste vom Humboldt.
Nur eine Frage: Was machen die ganzen Studenten der "Künsten, der Literatur, Sprachen, Philosophie, Musik, Historiographie etc. " nachdem sie mit dem Studium fertig sind? Zumindest nach herkömlichen Vorstellungen kann das nicht länger als 10 Jahre dauern und dann bleiben noch weitere 20 Jahre bis zur Pension übrig.
Sie sind ja kein " Menschenmaterial zum Ausbeuten" darum kann man wohl von "der Wirtschaft" nicht erwarten, dass sie die Studenten einstellt. Sie haben ja schließlich kein "verwertbaren" Fähigkeiten erworben.
Also muß der Staat sie einstellen, weil Arbeitslosigkeit - das wäre schon sehr sozial ungerecht. Aber was macht der Staat mit Ihnen? In der Verwaltung kann man sie wohl nicht brauchen, weil verwalten haben sie ja nicht gelernt.
Als Lehrer die "lehren"? Nur bedingt, schließlich möchte diejenigen die später z.Bsp, Elektriker werden, etwas für das Leben nützliches beigebracht haben. Also, vielleicht ein paar.
Als Professor? Ja, genau da gehören solche Studenten der "Künsten, der Literatur, Sprachen, Philosophie, Musik, Historiographie etc. " hin.
Bloß jetzt gibts viel mehr Studenten als mögliche freie Professorenstellen.
Der Weg des egalitären Frankreichs ist hier tatsächlich die Anzahl der Studenten auf die "Reproduktionsrate" der Professoren zu beschränken. Ganz Frankreich hat in Latein 20 Absolventen pro Jahr. Auch an der Universität zur Zeit von Humboldt gab es diese Lösung.
Oder wir erhöhen die Anzahl der Professorenstellen, bis sie 10% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Das geht auch. Aber irgendwie muss man diese Stellen zahlen. Und wie kann ein Politiker der Friseuse und dem Bäckermeister zu verstehen geben, dass 20% seines Gehalts (ein Professor verdient mehr als Bäcker) für das Ernähren von Lateinprofessoren drauf geht? Das wird wohl schwierig.
Aber ansonsten, ein sehr schöner Eintrag. So sollte Universität sein.
götz widmann hat letztens im
götz widmann hat letztens im audimax gespielt,
unter anderem dieses lied, hörs dir mal an. ist schön, schlau und gut
-> http://www.youtube.com/watch?v=TEVFdYRW_nQ
"recht auf arbeitslosigkeit"
Sozialschmarotzer, mehr
Sozialschmarotzer, mehr nicht! Die typischen "NehmerQualitäten"
Davon profitiert unsere Gesellschaft! Daumen hoch!
Eine Ode an tosca_orchestra
Ohhhhh, ein Superschlauer....
Hör mal zu, bevor du hier nur Schwachsinn postest, solltest Du mal das Denken studieren.
Erklär mir mal für was tausende BWLer studieren - ist das dann vielleicht SINNvoller? Dafür das tausende Menschen damit beschäftigt sind, in virtuelle Güter zu investiern oder sie zu verkaufen, Geld zu verschieben, das es nie gegeben hat und NIE geben wird - sondern ein Wert, der nur auf dem Papier existiert?! Glaubst du, dass das wichtiger ist für eine Gesellschft, als kulturelle Leistungen?! Weißt du, dass dein schön sinnvolles liberales Gesellschaftssystem auf den Überlegungen ebensolcher "sinnloser" Denker überhaupt erst fußt? Ich kenne erfolgreiche VWLer (mit Auszeichnung und bereits eigener Firma), die nebenher noch Philosophie studieren, weil nämlich die Klugen aller Richtungen wissen, dass es keine Hierarchie der Fächer gibt!
Du gehörst offensichtlich NICHT zu den Klugen, sondern du bist ein Nachplapperer, eine traurige, eindimensionale Gestalt.
ja scheiss bwler, wegen denen
ja scheiss bwler, wegen denen gibts überhaupt erst pcs, internet, mittel gegen krebs.
auf den scheiterhaufen mit den bwlern, denn sie haben es mit ihrem geld und wissen errst möglich gemacht ideen zu verwirklichen.
tötet die bwler dafür!!!
Welche kulturellen Leistungen
Welche kulturellen Leistungen erbringt den die Heerschar an Sozialwissenschaftlern, Politologen, Soziologen, Philosophen etc.? Verfassen alle Bücher, komponieren Musikstücke, errichten Skulpturen, bauen prächtige Gebäude etc.? Nein! Die meisten von euch verdienen ihre Brötchen im Journalismus als Kolumnenschreiber oder (noch schlimmer) Chefredakteure, damit die ohnehin vom Gutmenschengelaber saturierte Welt auch noch zusätzlich über eure Herzensangelegenheiten, die Unterdrückung der Migranten, Schwulen, Lesben, Frauen etc. und, above all, die abgrundtiefe Bösartigkeit des Mannes europäischer Herkunft informiert wird, wie es einem ja so schön im Gender-Studies Seminar eingetrichtert wurde.
Rechtsdermitte - Klappe, bitte!
Erstens: Wer sagt, dass ich (Zitat "euch") ein Geisteswissenschaftler bin?
Zweitens: "Gutmenschengelaber" ist der Grund dafür, dass du dein Maul in solch einem Forum überhaupt erst aufmachen kannst! Wenn du das nicht weißt, dann nimm deinen rechten Arm mal runter und schlag damit ein Geschichtsbuch auf!
Drittens: Kultur ist nicht Kunst! Journalismus ist Kultur in Reinform - und mindestens genauso wichtig für diese Gesellschaftskultur, wie irgendein Ingenieur bei BMW.
Mehr Worte und Zeit sollte man nicht verschwenden.
kann "diefahne" mal bitte
kann "diefahne" mal bitte entfernt werden.
danke admins, solche leute zerstören nämlich den protest
noch einen Nachtrag zu
noch einen Nachtrag zu "DieFahne". BWLer machen ja nach eurer Lesart eine Berufsausbildung und kein Studium (siehe Post von Sailer). Falls das der Fall ist, ist nur die Frage ob sie das richtige Lernen.
Die Logik deines zweiten Absatzes ist etwas wirr: Erstens gehst Du davon aus, dass alle BWLer Finance machen und dann behauptest Du das alle Geisteswissenschaftler kulturelle Leistungen vollbringen. Am Schluß scheinst Du irgendwas zu vergleichen. Doch wahrscheinlich Äpfel und Birnen.
Von einer Hierarchie der Fächer kann keine Rede sein. Man muß sich halt nur im klaren sein, dass Du den Bäcker, der Deine Brötchen macht später erklären mußt, warum er Dir für Deine Arbeit etwas von seiner abgeben sollte.
Ein VWLer der nebenbei Philosophie studiert, hat etwas gelernt, was der Bäcker braucht - zum Beispiel Beratung wie er seinen Backofen finanziert. Aber rat mal welcher Teil seiner Ausbildung Ihm das ermöglicht hat.
p.s. Argumentum ad hominem wie Dein Schlußwort sind ganz traurig. Vielleicht brauchen wir wirklich eine Bildungsreform.
noch eine Anmerkung
Jemand der Philosophie studiert oder studiert hat muss dem "Bäcker", oder eben Abeiter, überhaupt nichts erklären. Der Staat muss dem Bäcker erklären, dass er meint, dass die Finanzierung eines derartigen Studiums sinnvoll ist. Der Philosoph muss dem Staat, am besten in einen Gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang, erklären auf welche Art und Weise die Gesellschaft und/oder der Staat von seiner Arbeit profitieren kann, egal ob finanziell, kulturell oder technisch. Dies haben Geisteswissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler und Naturwissenschaftler schon vor sehr langer Zeit getan und diese Begründungen sind immernoch genau so gültig wie damals. Die Existenzberechtigung eines jeden Studienganges ist auf jeden Fall gegeben.
Wenn du etwas über ein wirklich freies Studium wüsstest, dann wäre dir klar, dass jemand in seinem Studium nicht nur das fachspezifische Wissen lernt, sondern Denkstrukturen, wie analytische Denken, systematisches Denken und kreatives Denken. Man lernt wie man an bestimmte Problemstellungen herangeht und diese löst oder man lernt historische Tatsachen und Interpretationen und damit auch Argumentation.
Deshalb werden zum Beispiel viele Physiker und Mathematiker nach ihrem Studium keine als solche arbeitenden Physiker oder Mathematiker sondern haben Arbeitsstellen in denen sie eigentlich nichts mehr mit ihrem Fachbereich zu tun haben. Viele erhalten hochranginge Positionen in Industrie und Wirtschaft und sind dann oft die Vorgesetzten von BWL'ern. Obwohl sie das eigentlich nicht direkt gelernt haben. Während einem echten Studium erhält man mehr Wissen als in den empfohlenen Lehrbüchern steht.
Welcher Teil seiner Ausbildung befähigt also einen Mathematiker oder Physiker einen BWL'er herumzukommandieren? Die Fähigkeit eine Differentialgleichung zu lösen oder das analytische und planende Denken, welches er nur lernen konnte, weil ihm die Freiheit dazu gelassen wurde und weil er die Zeit hatte verschiedene Wege zu suchen um Probleme zu lösen und nicht Bulimielernen praktizieren musste?
Amüsant, jetzt kommen wir
Amüsant, jetzt kommen wir zum Kern der Sache:
Physiker und Ingenieure (Mathematiker gibt es fast nur bei Finanzdienstleistern) verstehen oft von den Dinge die Hergestellt werden mehr als der BWLer. BWL ist eine Hilfswissenschaft, die eine Organisation ermöglicht, rechtliche Ansprüche erfüllt oder verkauft. Falls die Produktion bei einem Unternehmen im Vordergrund steht - und nicht der BWL Aspekt - kann es sehr sinnvoll sein einen Sachverständigen zu haben.
Zu Deinen Anderen Punkten:
Erster Absatz: "Wir müssen uns nicht rechtfertigen"
Das ist eines der Probleme dieser Bewegung: Es gibt scheinbar eine höhere Wahrheit die nur den Besetzer offenbar ist. Ihr protestiert, weil es keinen Philosophen gab der dem Staat - und der Staat ist in der Demokratie die Bevölkerung - erklärt, warum man so viele Geisteswissenschaftler braucht. Du sagst, diese Rechtfertigung für das Volk, den Staat gibt es - wärst Du so gut, sie auch mir zu offenbaren.
Absatz zwei: "Freies Studium ist geregelten Studium überlegen"
Wenn das so wäre, würde wir es machen. Da es nicht gemacht wird, scheinst Du mit der Meinung alleine dazustehen. Aber wieder: höhere Wahrheit. Bitte kommunizieren.
Beste Grüße
Eben nicht...
1. Mathematiker gibt es eben nicht fast nur in Finazdienstleister. Vor allem Numeriker braucht die Industrie dringend. Sieht man auch, wenn man als Mathematiker, der Numerik macht, auf der IKOM (Industrie KOntakt Messe) ist, sich über die Jobmöglichkeiten informiert und nur erwähnen muss, dass man Numerik macht, um sofort gefragt zu wird, ob man denn nicht gleich ein bezahltes Praktikum machen möchte oder ob man schon so weit im Studium ist, dass man schonmal den Vertrag unterschreiben kann, der dann praktisch mit dem Abschluss von der Uni gültig wird. Oder man macht seinen Doktor bei der Firma, wenn man sich mit der Firma über die Bedingungen einig wird.
2. Physiker werden eben nicht nur als Sachverständige, sondern meistens als Führungspersönlichkeiten eingesetzt und eben nicht nur bei Produktionsfirmen sondern sehr häufig auch bei Versicherungen, Banken usw. Also bei Firmen, bei denen "der BWL Aspekt" im Vordergrund steht. Physiker können deutlich mehr als die reine Physik, vorallem da die meisten um die relativ hohe Wahrscheinlichkeit wissen, dass sie später in ihrem Beruf vielleicht nichts mit Physik zu tun haben und deshalb wollen sich viele Physiker nebenbei Wirtschaftsvorlesungen anhören, bzw Praktika bei den wirtschaftlich orientierten Abteilungen verschiedener Firmen machen. Dafür ist dank BA/MA aber kaum noch Zeit mehr.
3. Für die Besetzung muss man sehr wohl eine Rechtfertigung bringen, was auch getan wurde, aber das ist hier gerade nicht Thema.
4. Die Philosophie zu legitimieren, bzw. diese Legitimation zu kennen, ist nicht meine Aufgabe, und ich als nicht-Philosoph könnte auch nur das Studium der vergangenen Philosophen in hinsicht auf die Anwendung ihrer Thesen in der Modernen Gesellschaft, als Teil der Gesellschaftsforschung oder den Bereich der Naturphilosophie, nennen. Ein Philosophie-Professor oder -lehrbuch könnte dir da sicher besser weiterhelfen.
5. "'Freies Studium ist geregelten Studium überlegen.'
Wenn das so wäre, würde wir es machen. Da es nicht gemacht wird, scheinst Du mit der Meinung alleine dazustehen."
Das nenne ich mal blinden Glauben an die Demokratie. ;)
Das was alle machen, oder die meisten machen, ist ganz sicher das richtige und jeder der anderer Meinung ist hat einfach keine Ahnung. Als ob die Geschichte der Welt nicht gezeigt hätte, dass sich ganze Völker auch mal irren können. (Nein, damit meine ich nicht nur Deutschland.)
Wenn jeder Mensch die vernünftige Entscheidungen treffen würde, dann hättest du recht. Aber leider trifft nicht jeder Mensch vernünftige Entscheidungen. Nur weil "wir etwas machen" heißt es nicht, dass es richtig ist. (siehe: Grundlagen der Logik)
Außerdem wurde es vor der Einführung von BA/MA eben nicht so gemacht und auch wenn damals nicht alles perfekt war, so war es doch gut. Es hat funktioniert. Die Wirtsachft hat zwar über zu lange Studienzeiten gemosert, aber jetzt mosern sie wieder in die andere Richtung, dass sie nämlich mehr kreative Köpfe brauchen. (Siehe: Neueste Äußerungen der Telekom)
Wie ich hoffentlich zu genüge ausgeführt habe ist ein freies Studium einem geregelten Studium tatsächlich überlegen. Ein Student kann sich in einem freien Studium entscheiden, ob er sich streng auf seinen Fachbereich konzentrieren will oder ob er neben seinem eigentlichen Studium noch dinge aus anderen Fachbereichen lernt.
Dazu vielleicht ein Beispiel, dass einige Leute verwundert: Physik und Philosophie.
Aus den physikalischen Theorieen, die sich in den letzen 200 Jahren als richtig herausgestellt haben ergeben sich viele Philosophische fragen, vorallem darüber wie wir unsere Welt begreifen. Es ist somit durchaus sinnvoll sich sowohl mit Physik als auch mit Philosophie zu beschäftigen. Nach dem BA/MA-System kann man allerdings Philosophie mit nebenfach Physik nicht mehr Studieren. Jemand der beides machen möchte muss es also als getrennte Studiengänge studieren und noch zusätzlich ein Nebenfach in der Philosophie haben. Als ob die Studiengänge ohne dies nicht schon schwer genug wären.
So, das wars erstmal von mir ich kümmere mich mal wieder um schnelle Teilchen und kleine Gitter. Hoffe da war etwas zum drüber nachdenken drinnen.
Beste Grüße
Sim
*nerv*
Hab geahnt, dass so ein Kommentar kommt. -.-
Na gut. Will ich mal etwas nachhelfen: Konservatorium, Theater, Journalismus, Orchester, Bibliothek, Film-/Fernsehbranche (Drehbuchautoren, Regisseure, Moderatoren, Nachrichtensprecher, Auslandskorrespondenten etc.), Forschung (diverse), Verlage, Gerichte (Sachverständige), Beratertätigkeiten, usw. usf.
Wie eindimensional muss man eigentlich sein um zu glauben es gäbe für Studenten von Kunst-, Kultur- und Geisteswissenschaften nur das Professorenamt als berufliche Perspektive? *augenroll*
meine lieben, vielleicht
meine lieben, vielleicht solltet Ihr mal den Artikel von Herrn Sailer genau lesen: Ich hab niemals behauptet, dass es für Geisteswissenschaftler keine anderen Job Chancen haben - ganz und garnicht. Mein bester Freund ist Politologe und arbeitet für die EU Komission und ist sehr qualifiziert für den Job. Der Herr Sailer argumentiert aber dass Leute an der Universität nicht für den Job ausgebildet werden sollen (was ja scheinbar im Moment passiert):
" es ist völlig verständlich und im Sinne der kapitalistischen Logik zwangsläufig, dass Firmen und Konzerne möglichst gut ausgebildete Arbeitskräfte haben möchten. Aber uns (alle), als Gesellschaft, geht das überhaupt nichts an. Wenn jemand Menschenmaterial zum Ausbeuten braucht, soll er sich das gefälligst selbst heranziehen."
So, Ihr Intellektuellen: Ihr wollt nicht für den Arbeitsmarkt ausgebildet werden, aber Jobs in "Verlage, Gerichte (Sachverständige), Beratertätigkeiten". Eine der freien Künste ist die Logik - vielleicht mal daran arbeiten.
Super Idee.
Dann gönn dir gleich auch ne Prise, bitte.
welcher Teil war unlogisch?
welcher Teil war unlogisch? gib mir Möglichkeit zu lernen.
Jeder.
Was du geschrieben hast passte mit keinem Wort auf das, was ich geschrieben habe. Speziell der letzte Absatz hat nix mit dem zu tun, was ich mit der Aufzählung der Möglichkeiten aufzeigen wollte. Dein Hinweis auf die Logik war zudem auch noch polemisch und hatte keinen Gehalt.
ja, die antwort war auch tw
ja, die antwort war auch tw auf den Kommentar von "dieFahne" bezogen. darum schreib ich ja "Ihr lieben" - Plural.
Ansonsten denke ich das der Kommentar auch inhaltsmäßig auf Deinen Kommentar gut passt. Außer Du hast den Artikel von Herrn Sailer davor nicht gelesen und beziehst Dich weder implizit noch explizit darauf.
Der Hinweis auf die Logik war folgendermaßen gemeint: Sailer schreibt: Universitäten sollen nicht für den Arbeitsmarkt ausbilden. Du schreibst: Studenten finden einen Job auf dem Arbeitsmarkt und stellst das als etwas wünschenswertes hin
Ich schreibe: Das ist kein Widerspruch weil die Studenten ja für den Arbeitsmarkt ausgebildet werden, nur wenn sich die Meinung von Herrn Sailer durchsetzt ist das nicht mehr der Fall. Und dann funktioniert Deine Idee von Jobs in (....) nicht mehr.
Wenn Du den Sailer Artikel gelesen hast, und als Antwort schreibst, dass sie trotzdem Jobs finden ist das unlogisch, weil Sailer über einen Hypothetischen Fall schreibt und Du über einen tatsächlichen.
Zur Logik!
Hallo liebe Tosca,
wie war das noch gleich mit den Säugetieren und den Walen?
Achja - ich erinnere mich:
Behauptung 1: alle Wale sind Säugetiere. Diese Behauptung ist wahr.
Behauptung 2: Alle Säugetiere sind Wale - na was meinst du?
okay, du wirst jetzt sicher wieder Wochen mit mir darüber diskutieren wollen, was das mit deinem Beitrag zu tun hat, deshalb werde ich mich bemühen es dir zu erklären.
Herr Sailer beschreibt (sehr zutreffend), dass die BA- und MAabschlüssen, heutiger, deutscher Ausprägung lediglich Berufsausbildungen seien - sie bereiten also in ihren jeweiligen Fachrichtungen auf den Einsatz als Arbeitskraft vor und dies ausschließlich. Was ein Studium bisher getan hat - egal welcher fachlichen Ausrichtung, also auch diejenigen die gerne in diesem Diskurs gegen die Geisteswissenschaften in Stellung gebracht werden (hier nur als Fußnote auch Mathematik ist eine Geisteswissenschaft) - ist zu bilden. Was heißt das? Ein Studium hat vor allem Methodiken gelehrt, die Fähigkeiten zum Slebstlernen ausgebaut und während der ganzen Bilderei auch den Menschen als Persönlichkeit herausgebildet.
Nun zurück zur Logik - Nur weil ein Studium auch noch etwas mehr tut als auszubilden, heißt das nicht, dass es nicht ausbildet. Und ein Geisteswissenschaftler der Techniken wissenschaftlichen Arbeitens beherrscht wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ziemlich schnell in jedweder Firma in der auch ein BWLer sein Glück versuchen darf (Versicherungen, Banken, Finanzdienstleister, Consultingunternehmen) eine gleichwertige Anstellung finden wie zweitgenannter, sofern er sich in diesem Bereich weitergebildet hat, er ist also wesentlich flexibler als ein Ausgebildeter, denn er kann mehr.
Und natürlich ist es großartig, wenn Geisteswissenschaftler einen Platz auf dem Arbeitsmarkt finden, dass heißt dann aber nicht logischerweise, dass dies alles sein sollte was sie am Ende ihres Studiums erwartet - übrigens wünsche ich das auch den BWLern und allen anderen WLern, dass sie mehr haben vom Studium als einen Arbeitsplatz.
Aber das werden wir ja erst in ein paar Jahren sehen, oder?!
Ich habe nicht...
... gesagt, dass es wünschenswert sei, dass Studenten einen Job bekommen. Du hast es als unmöglich hingestellt, ich habe es anhand von Beispielen widerlegt. Ein Studium soll nach meiner Auffassung, und genau da überschneide ich mich mit Sailer, eben nicht als Ausbildung begriffen werden, sondern als Bildungsvermittlung. D. h. dass man AUCH Dinge lernen kann, die man später brauchen kann u. a. um einen Job zu bekommen. Dagegen spricht nix. Es bedeutet aber vor allem, dass man Dinge lernt, für die man sich außerdem noch interessiert. Sich also weiterbildet. (Und somit Kenntnisse erwirbt, die andere, die später denselben Job bekommen z.B., nicht haben und die einem helfen Probleme zu lösen. Nur als Beispiel jetzt. Man kann diese Kenntnisse natürlich auch losgelöst von einem Job nutzen.) Anders als eine Ausbildung soll dies nicht unbedingt für einen Job gut sein... nichtmal für irgendwas anderes muss es nutzen, sondern allein der Befriedigung der Neugier soll es vorrangig dienen. Und da ging dein Kommentar sauber an meinem vorbei.
Hypothetisch und tatsächlich habe ich eher den Unterschied zwischen dir und mir begriffen, nicht den zwischen mir und Sailer. Du hast eine These in den Raum gestellt, dass Studenten, die nicht für Berufe lernen, keine bekommen können außer Lehrer und Prof. Dem habe ich widersprochen. Es hatte übrigens keinen Bezug zu Sailer, der eine solche These, dass man an der Uni gar nichts lernen darf, was einem zu einem Job verhilft, mit keiner Silbe vertritt.
Lediglich vertritt er die Ansicht, dass im BA-Studiengang BWL eben keine Möglichkeit gelassen wird etwas anderes zu lernen als für den Job, was auf einer Uni nix zu suchen hat, sondern in Berufshochschulen Platz genug findet, selbigen nur den freieren Bildungsfächern an den Unis raubt, wenn es dort unterrichtet wird.
So. Und jetzt sag du mir mal, ob wir wirklich zwei verschiedene Texte gelesen haben.
Vielen Dank für Deine
Vielen Dank für Deine Antwort. (Ganz unironisch, ich finds gut wenn man über die Sachen diskutiert.) Ich entschuldige mich für die falsche Interpretation das Jobs etwas gutes sind. Diese Meinung kommt aus meine Weltbild und ich habe diese Annahme nicht klar herausgestellt.
Deiner Meinung, dass große Teile der BWL auf die FH gehört, kann ich nur beipflichten.
Zum Text.
Zu soll dem Studenten eine beruflich Verwertbare Ausbildung gegeben werden:
" Wenn jemand Menschenmaterial zum Ausbeuten braucht, soll er sich das gefälligst selbst heranziehen."
"Die derzeitigen "Hochschulen" kann man dann der Wirtschaft übergeben, damit sie sie nach Belieben zur Ausbildung von Arbeitskräften nutzt."
Vielleicht verstehe ich das komplett falsch, aber diese Sätze sagen, dass man genau nicht auf die Belange der Wirtschaft eingehen soll. Alle Fähigkeiten die dafür notwendig sind soll sie "gefälligst" selbst bezahlen.
Falls hier impliziert ist, wie Du schreibst - das man neben den wirtschaftlich notwendigen Fähigkeiten auch geistig interessante Fähigkeiten lernt sehe ich es nicht. Aber mehr Bildung ist tatsächlich besser als weniger. Meine volle Zustimmung.
Zu hypothetischer Argumentation Sailer:
"Der derzeitige Konflikt an den Universitäten wäre also ganz einfach zu lösen: durch die Gründung neuer, staatlicher Institute, die ausschließlich für die zugänglich sind, die studieren wollen"
Vielleicht meint Sailer das ja ernst. Sowohl das mit Ausbeutung und neuen Instituten. Ich hab das ins Reich des Wunschdenkens verwiesen. Und auch bei genaueren darüber Nachdenken scheint es mir völlig utopisch.
So, ich geh jetzt von der Arbeit heim. Beste Grüße
Aber genau das ist es....
Es sind Träume und Utopien, und das ist auch gut so...
Es geht darum aufzuzeigen was hier falsch läuft, sich darüber Gedanken zu machen wie Bildung und die Gesellschaft der Zukunft aussieht!
Und genau dafür sollten sich Studenten oder angehenede Akademiker verantwortlich sehen, Gesellschaftliche Entwicklungen aufzuzeigen daraufhinzuweisen und laut zu werden wenn etwas anfängt schief zu laufen!
Bildung ist dafür da, kritisch zu denken und zu reflektieren, Träume zu entwickeln und sich für Verbesserungen einzusetzen!
Bildung ist ein Gesamtgesellschaftliches Gut und soll zu allererst auch dieser dienen!
Bin vollkommen begeistert.
Bin vollkommen begeistert. Werde später im Kino vorbeischauen, in dem ich arbeite, da stapeln sich die in-muenchen Ausgaben meist!
Geil! :D
Einfach nur sehr geil!
Der Mann spricht mir aus der Seele. Danke Michi und danke Muriel für den Hinweis. Werde gleich nachher nach der Zeitschrift suchen. ;)
Auch schön zackig und schonungslos geschrieben. Muss man gelesen haben. *seufz* Ich wünschte wir könnten es direkt ins Positionspapier klatschen. :D
Es lebe die Pressefreiheit!!!
Absolut deiner Meinung...
Dieser Artikel bringt es auf den Punkt!
Die Frage bleibt aber, warum steht ein solcher Beitrag in einer Event-Zeitschrift und nicht im Feuiletton der SZ, der Zeit etc...
Und was können wir daran ändern?
Dies ist der Kernpunkt unserer Bewegung, den wir versuchen sollten bestmöglich nach aussen zu vermittlen! Leider sind unsere Standpunkte von den Medien falsch oder auch nur teilweise aufgegriffen worden...
Was können wir daran ändern?
Spitze
Einer der besten Artikel zum Thema. Dass der Mann bei einer Event-Zeitschrift und nicht bei einer (ehemals) renommierten Zeitung wie z.B. der SZ schreibt, zeigt die ganze Perversion dieses Systems.
"Ein Vorschlag zur Güte" ist es aber eher nicht, sondern eine schallende Ohrfeige für die Initiatoren und Speichellecker dieser Stuss-Reformen.
Großartiger Artikel! Ich
Großartiger Artikel!
Ich schließe mich den Vorrednern an: Dass ein solcher Artikel nicht in der SZ gedruckt wird, weist auf das Problem der "neoliberalen Ethik" hin, die unser alltägliches Leben unterwandert und aushöhlt. Nicht zuletzt deutet ja dieser Artikel letztlich auf dieses Problem selbst, insofern hat dieser Artikel mehrere Ebenen.
Zudem wird aber auch eine Tendenz der kritiklosen Kritik offenbar, die heute in den Medien MEIST stattfindet! Es sei auf das MEIST verwiesen...In der Cicero dieses Monats ist ein guter Artikel dazu von Thea Dorn verfasst worden (Streit in Harmonistan). "..Sind wir auf dem Weg in eine konturenlose Konsenskultur?".
Man wird heutzutage ja schon schief angeschaut, wenn man sich als Student offenbart. Als ob im Kopf der Person eine Nutzen-Kosten-Analyse stattfände, zu Ungunsten des Studenten natürlich. (über die folgende Frage des: "Und was macht man dann damit?" sage ich jetzt mal garnichts)
Wer nicht damit einverstanden ist, dass wirkliche Bildung und kritisches Denken vollständig aus Europa verschwinden und ersetzt werden durch eine totale Ökonomisierung des menschlichen Lebens, der wird früher oder später nicht darum herkommen, die Systemfrage zu stellen. Und die lautet: Wie wollen wir leben? Oder, erst einmal: Wollen wir wirklich weiterhin und immer noch radikaler so "leben"? Und: Wer hat eigentlich bestimmt, dass wir so leben müssen, und wer profitiert davon?
Exakt so ist es! 100% Zustimmung
Kritisches Denken muss verschwinden. Es passt nicht in das effiziente System, das heute propagiert wird. Alles muss effizient sein, höchste Produktionsrate in kürzester Zeit. Die Folgen dessen werden nicht bedacht und sind vorerst nicht wichtig. Insofern hat die "Produktion" von "Studenten" (Personal trifft es eher) in schnellstmöglicher Zeit zu erfolgen, damit sie möglichst schnell in das System geworfen werden können. Neues Wissen und neue Strukturen werden dadurch verworfen (Forschung braucht Zeit...)
Wir oft wird auf den guten Immanuel Kant verwiesen...Auch er hat seine Zeit gebraucht, um seine großartigen Schriften zu verfassen. Um nur ein Beispiel zu nennen (es müssen ja nicht gleich alle kleine Kants werden
).
Ich bin stolz darauf, Student zu sein. Einer dieser Studenten, die es als Vollzeitjob ansehen, Lebensinhalt. Ich lebe Student
Beste Grüße C
No Comment
Der beste Artikel, den ich je dazu gelesen habe. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!